Projektidee & Anliegen
Ein Stern Mehr ist ein soziales Filmprojekt, das sich an verwaiste Eltern richtet. film-produktion.tv begleitete die Initiative mit einer behutsam inszenierten Filmproduktion, die Betroffenen eine Stimme gibt und Aufklaerungsarbeit leistet. Das Projekt war als langfristig einsetzbares Kommunikationsmittel konzipiert, nicht als einmalige Kampagne.
Das Briefing war aussergewoehnlich sensibel: Protagonisten teilten ihre persoenliche Geschichte, die Regie musste Vertrauen aufbauen und jede Aufnahme mit hoechstem Respekt fuehren. Rolf Eckel entwickelte dafuer einen dokumentarischen Ansatz mit reduzierter Bildsprache. Die Vorgespraeche fanden mehrfach, ohne Kamera und mit viel Zeit statt, damit die Protagonisten die Kontrolle ueber ihre Geschichte behielten.
Ziel des Films war, Sichtbarkeit fuer ein oft tabuisiertes Thema zu schaffen und gleichzeitig eine Erzaehlung zu finden, die Hoffnung und Zusammenhalt transportiert. Die erzaehlerische Struktur war daher nicht streng linear, sondern liess Raum fuer Stille, Erinnerung und leise Uebergaenge zwischen den Beitraegen der einzelnen Personen.
Das Projektteam arbeitete bewusst mit langen Gespraechsphasen statt direkter Interviewfuehrung. Diese Methode schafft Raum fuer echte Erinnerung, ohne Protagonisten auf vorformulierte Aussagen festzulegen. Die Schnittfassung greift spaeter die stimmungsvollsten Passagen auf und fuegt sie zu einer gemeinsamen Erzaehlung zusammen.
Deliverables & Umsetzung
Gedreht wurde ueber zwei Tage an mehreren Locations im Rhein-Main-Gebiet, darunter private Raeume der Protagonisten sowie ein neutraler Studio-Hintergrund fuer die Interviewpassagen. Die Crew war bewusst klein gehalten: DoP, Tonassistenz und Regie. Diese Reduktion erleichterte es den Protagonisten, sich zu oeffnen und authentisch zu erzaehlen.
Die Kamera war eine Sony FX9 mit Sigma-Cine-Primes fuer einen ruhigen, natuerlichen Look. Lichtsetzung erfolgte weich und zurueckhaltend, um die Interview-Atmosphaere nicht zu dominieren. Ton wurde mit Lavalier- und Boom-Kombination aufgenommen, um spaeter im Schnitt die bestmoegliche Tonspur rekonstruieren zu koennen. Aussen- und Atmo-Aufnahmen ergaenzten den Film um verbindende Naturbilder.
Die Post-Produktion in DaVinci Resolve setzte auf einen warmen, leicht milchigen Look. Das Sounddesign in Pro Tools nutzte Musik eines befreundeten Komponisten, die speziell fuer das Projekt produziert wurde. Deliverables: Hauptfilm, Kurzfassung und mehrere Interview-Auszuege. Fuer Selbsthilfe-Einsatz wurde zusaetzlich eine Version mit offen einblendbaren Kontaktinformationen geliefert.
Ein begleitendes Textmaterial mit Fragen und Handlungsempfehlungen wurde gemeinsam mit dem Traeger erarbeitet und laeuft jetzt als Info-Paket parallel zum Film. So wird der Einsatz in Beratungssituationen konkret unterstuetzt und der Film zum Teil eines groesseren Informations-Oekosystems.
Produktionskontext
Soziale Projekte dieser Art folgen bei film-produktion.tv einem klaren Grundsatz: kein Voyeurismus, keine emotionale Ausbeutung. Die Protagonisten erhielten Schnittfreigabe vor Veroeffentlichung, um volle Kontrolle ueber ihre Darstellung zu behalten. Auch Umgangs- und Datenschutzregeln wurden schriftlich dokumentiert, bevor der erste Drehtag stattfand.
Der Film unterstuetzt eine Selbsthilfe-Initiative und wird auf Info-Veranstaltungen, bei Kliniken und in Fortbildungen fuer Hebammen und Seelsorgende gezeigt. Die Reaktionen nach den ersten Screenings waren aussergewoehnlich bewegend und fuehrten zu spontanen Nachfragen nach weiteren Filmbeitraegen von Betroffenen.
Rolf Eckel engagiert sich regelmaessig in gemeinnuetzigen Filmprojekten aus Frankfurt und Hessen. Ein Stern Mehr steht exemplarisch fuer eine Haltung, die Filmproduktion als Werkzeug gesellschaftlicher Verantwortung versteht. Die Produktion zeigt, wie sich professionelle Filmarbeit mit sozialem Engagement verbinden laesst, ohne an Qualitaet zu verlieren.
Die Produktion steht exemplarisch fuer eine Haltung, die Filmhandwerk mit sozialer Verantwortung verbindet. Rolf Eckel sieht genau darin einen wichtigen Aspekt seiner Arbeit in Frankfurt und Rhein-Main. Anfragen aus Kliniken und Verbaenden zeigen, dass dieser Ansatz auf breites Interesse stoesst.
Rueckblickend zeigt das Projekt, dass Filmarbeit in sensiblen Bereichen kein Widerspruch zu professioneller Qualitaet ist, sondern diese sogar erfordert. Ein behutsamer Umgang mit Protagonisten, ein klar definierter Ethik-Rahmen und eine sehr bewusste Bildsprache sind die Grundbedingungen. film-produktion.tv wird diese Erfahrungen in kuenftige Projekte einbringen und seine Haltung im Bereich soziale Filmproduktion weiter schaerfen.
Fuer die weitere Nutzung wurden Rechte so geregelt, dass Kliniken und Beratungsstellen den Film in ihren Fortbildungen ohne zusaetzliche Kosten einsetzen koennen. Dieser niederschwellige Zugang war dem Traeger besonders wichtig und hat die Verbreitung des Films in Fachkontexten stark begleitet.





