Briefing des Kunden
HSE24, der bekannte Home-Shopping-Sender mit Sitz in Ismaning, suchte einen Recruitingfilm, der die besondere Arbeitsatmosphaere eines Teleshopping-Studios greifbar macht. Zielgruppe waren potenzielle Bewerberinnen und Bewerber fuer Moderation, Redaktion und Produktion. Die Aufgabe: Employer Branding mit filmischer Dynamik statt klassischer HR-Floskeln.
Im Briefing wurde deutlich, dass der Film die Mischung aus Live-Fernsehen, Teamgeist und kreativem Arbeitsumfeld transportieren soll. Statt Standard-Statements wollten wir echte Momente aus dem Sendealltag einfangen, ergaenzt durch kurze Einblicke von Mitarbeitenden verschiedener Abteilungen. Der Ton sollte aufgeraeumt, modern und zugleich herzlich sein, ohne in Werbefilm-Glaette zu kippen.
Die Herausforderung lag in der Kombination aus realem Sendebetrieb und filmischer Inszenierung, ohne den Studioablauf zu stoeren. Zusaetzlich musste der Film flexibel auf verschiedene Kanaele zugeschnitten werden, da das HR-Team ihn von der Unternehmenswebsite bis zu TikTok einsetzen wollte.
Deliverables & Umsetzung
Gedreht wurde an drei Tagen direkt im HSE24-Studiokomplex, waehrend parallel Live-Sendungen liefen. Unsere Crew bestand aus acht Personen: Regie, DoP, zweite Kamera, Ton, Licht, Setrunner und zwei Assistenzen. Eingesetzt wurden die ARRI Alexa Mini LF fuer Hauptaufnahmen und eine RED Komodo als kompakte Zweitkamera fuer enge Studiosituationen, in denen grosse Rigs hinderlich gewesen waeren.
Fuer bewegte Sequenzen nutzten wir einen DJI Ronin 2 sowie ein MoviPro-Rig fuer fluessige Uebergaenge zwischen Studio und Backstage. Die Interviews mit Mitarbeitenden wurden in einem umgebauten Requisitenlager gefuehrt, das wir mit ARRI SkyPanels und Aputure 600d ausleuchteten. So entstand ein kontrollierter Interviewlook, der sich bewusst vom Studiolicht abhebt und einen konzentrierten Rahmen fuer persoenliche Statements schafft.
Die Postproduktion erfolgte in Frankfurt: Grading in DaVinci Resolve, Sounddesign in Pro Tools, Grafiken in After Effects. Deliverables waren eine Hauptversion von rund 2:30 Minuten, eine 60-Sekunden-Fassung fuer Social Media sowie vertikale Cutdowns fuer TikTok und Instagram Reels. Zusaetzlich entstand eine stumme Loop-Variante mit eingebauten Textkarten fuer den Einsatz auf Karrieremessen.
Produktionskontext
Die Vorproduktion umfasste zwei Scouting-Termine und mehrere Gespraeche mit dem HR-Team, um die Kernbotschaften klar herauszuarbeiten. Besonders relevant war der Umgang mit dem laufenden Sendebetrieb. Kameraeinsatz und Lichtsetzung mussten so organisiert sein, dass weder Ton noch Bild der Live-Produktion beeintraechtigt wurden.
Wir drehten bewusst in ruhigen Sendephasen und nutzten Umbaupausen fuer inszenierte Szenen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Studio-Produktionsleiter sicherte einen reibungslosen Ablauf. Fuer die Interviewcastings wurden Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen angefragt, darunter junge Kolleginnen aus der Redaktion sowie erfahrene Produktionsleiter, um ein breites Stimmungsbild zu erzeugen.
Die Resonanz nach Veroeffentlichung war stark. Die Bewerberzahlen in Schluesselpositionen stiegen laut HR-Rueckmeldung signifikant innerhalb der ersten Monate nach Launch. Besonders die vertikalen Social-Media-Versionen erzielten ueberproportionale Engagement-Werte. Das Projekt zeigt, wie Recruiting-Content abseits klassischer Imagekommunikation funktioniert, wenn Authentizitaet, handwerkliche Qualitaet und strategisches Kanaldenken zusammentreffen und das Unternehmen als lebendigen Arbeitsort erfahrbar machen.
Nachgelagerte Nutzung im Recruitingprozess
Der HSE24-Recruitingfilm war nicht als einmaliges Kampagnen-Asset gedacht, sondern als festes Modul im Bewerbungstrichter. Auf der Karriereseite stand er prominent als Einstiegselement und senkte nachweislich die Absprungrate in den ersten Sekunden. Bewerber erhielten über den Film einen realistischen Blick hinter die Kulissen des Live-Teleshopping-Studios, was die Selbstselektion erhöhte und die Passgenauigkeit der eingehenden Bewerbungen verbesserte.
In Assessment-Centern und Bewerbertagen diente derselbe Film als Gesprächsöffner, um über Aufgaben, Studiostress und Teamdynamik ins Detail zu gehen. Personalverantwortliche berichteten, dass die Kandidaten mit deutlich konkreteren Vorstellungen ins Interview kamen. Für HR wurde der Recruitingfilm damit zu einem mehrfach verwertbaren Werkzeug, das in Stellenanzeigen, Messeauftritten und internen Onboarding-Modulen gleichermaßen eingesetzt werden konnte.
Ein zusätzlicher Effekt der realistischen Darstellung war die sinkende Fluktuation in den ersten sechs Monaten nach dem Einsatz des Films. Wer vor der Bewerbung bereits Studioatmosphäre, Schichtlogik und Teamgröße gesehen hatte, traf eine informiertere Entscheidung. HSE24 führte diese Stabilisierung im Onboarding intern teilweise auf das veränderte Erwartungsmanagement zurück, das der Recruitingfilm erzeugte, und betrachtete die Produktion rückblickend als strategische Personalinvestition statt als klassisches Kommunikationsbudget.




