
Praxis-Wiki » Seitenverhältnis & Auflösung
16:9, 9:16, 4K. Erst das Format, dann der Dreh.
Querformat für YouTube und Website, Hochformat für Reels und TikTok, dazu die Frage: HD oder 4K? Welches Seitenverhältnis und welche Auflösung Ihr Firmenvideo braucht und wie Sie aus einem Dreh mehrere Formate gewinnen.
Auf einen Blick
Das Format entscheidet sich vor dem Dreh, nicht im Schnitt. Alle Plattform-Angaben stammen aus den offiziellen Hilfeseiten, Stand September 2026. Plattformen ändern ihre Vorgaben regelmäßig.
Worum es geht
Ein Film, viele Bildschirme.
Derselbe Recruitingfilm läuft heute auf der Karriereseite im Querformat, auf Instagram hochkant und auf LinkedIn vielleicht quadratisch. Wer das erst im Schnitt merkt, schneidet Köpfe ab oder bekommt schwarze Balken. Zwei Begriffe helfen, das zu vermeiden: das Seitenverhältnis und die Auflösung.
Kurzantwort
Das Seitenverhältnis beschreibt die Form des Bildes: 16:9 ist quer, 9:16 hochkant, 1:1 quadratisch. Die Auflösung beschreibt, wie viele Pixel das Bild hat: Full HD sind 1920 × 1080, UHD (oft „4K“ genannt) 3840 × 2160. Für YouTube und Website ist 16:9 der Standard, für Reels, Shorts und TikTok 9:16. Wer beide Formate aus einem Dreh braucht, dreht in UHD und plant den Hochkant-Ausschnitt schon am Set.
Die Formate
Was heißt eigentlich HD, UHD und 4K?
Antwort
HD und UHD sind in Empfehlungen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) festgelegt, beide im Seitenverhältnis 16:9. „4K“ ist dagegen kein fester Begriff: Im Online-Alltag meint er UHD mit 3840 Pixeln Breite, im Kino den etwas breiteren DCI-Container mit 4096 Pixeln.
| Bezeichnung | Pixel | Seitenverhältnis | Festgelegt in |
|---|---|---|---|
| Full HD 1080p | 1920 × 1080 | 16:9 | ITU-R BT.709 |
| UHD 2160p, „4K“ | 3840 × 2160 | 16:9 | ITU-R BT.2020 |
| 8K UHD | 7680 × 4320 | 16:9 | ITU-R BT.2020 |
| DCI 4K Kino-Container | 4096 × 2160 | ca. 1,9:1 | DCI Digital Cinema System Specification |
| Kino „Flat“ | 3996 × 2160 | 1,85:1 | SMPTE ST 428-1 |
| Kino „Scope“ | 4096 × 1716 | 2,39:1 | SMPTE ST 428-1 |
Für Firmenvideos sind die ersten beiden Zeilen entscheidend. Die Kinoformate tauchen trotzdem im Alltag auf: Wer einem Imagefilm einen „cineastischen“ Look im Breitbild 2,39:1 geben will, bekommt auf YouTube und auf der Website oben und unten dunkle Flächen. Das ist dann eine bewusste Entscheidung und kein Fehler.
Nach Plattform
Welches Format wohin?
Antwort
Querformat 16:9 für YouTube, Website und Präsentationen, Hochformat 9:16 für Reels, Shorts, TikTok und Stories. LinkedIn nimmt beides. Die Tabelle fasst die offiziellen Angaben der Plattformen zusammen, Links in der Quellenliste.
| Plattform | Seitenverhältnis | Offizielle Angaben |
|---|---|---|
| YouTube | 16:9 (Standard am Computer) | Player passt sich anderen Formaten automatisch an. Keine eigenen schwarzen Balken einfügen. Empfohlene Auflösungen u. a. 1920 × 1080 und 3840 × 2160. |
| YouTube Shorts | quadratisch oder vertikal | Maximal 3 Minuten lang (für Uploads ab 15.10.2024). |
| Instagram Reels | zwischen 1,91:1 und 9:16 | Auflösung mindestens 720 Pixel, mindestens 30 Bilder pro Sekunde. |
| TikTok (Anzeigen im Feed) | 9:16 empfohlen, auch 16:9 und 1:1 | Vertikal mindestens 540 × 960 Pixel. |
| von 1:2,4 bis 2,4:1 | 256 × 144 bis 4096 × 2304 Pixel, 10 bis 60 Bilder pro Sekunde, maximal 15 Minuten im Feed (Unternehmensseiten: 10 Minuten), maximal 5 GB. | |
| Facebook (Anzeige im Feed) | 4:5 | Empfohlen 1440 × 1800 Pixel. |
| Instagram Stories (Anzeige) | 9:16 | Empfohlen 1440 × 2560 Pixel. |
Die Zeilen für Facebook, Instagram Stories und TikTok stammen aus den Anzeigen-Spezifikationen der Plattformen. Für normale, nicht beworbene Beiträge nennen Meta und TikTok meist nur Grenzwerte und Mindestauflösungen, keine feste Empfehlung.
So sieht es aus
Ein Motiv, viele Formen.
Dieselbe Szene, mehrere Formate
Ein Querformat-Bild auf dem Smartphone: Entweder füllt ein Ausschnitt den Bildschirm, oder das ganze Bild schwimmt klein zwischen schwarzen Flächen. Welche Variante besser ist, hängt davon ab, was im Bild wichtig ist.
Der Hochkant-Rahmen am Set
Viele Kameras und Monitore können Hilfslinien für andere Seitenverhältnisse einblenden. So sieht das Team schon beim Dreh, ob die Person auch im 9:16-Ausschnitt vollständig im Bild bleibt.
Einmal drehen, mehrfach nutzen
Quer drehen, hochkant schneiden?
Antwort
Das geht, wenn genug Pixel da sind. Aus einem 16:9-Bild lässt sich ein 9:16-Ausschnitt schneiden, der nur gut ein Drittel der Bildbreite nutzt. Aus UHD bleiben dafür rund 1215 × 2160 Pixel, aus Full HD nur rund 608 × 1080. Deshalb ist UHD die sinnvolle Auflösung, wenn ein Film auch hochkant laufen soll.
- Bildausschnitt für beide Formate planen: Das Wichtige gehört in die Bildmitte. Personen am Bildrand, Texttafeln oder Produkte links und rechts fallen im Hochkant-Ausschnitt weg.
- Hilfslinien einblenden: Ein 9:16-Rahmen auf dem Kontrollmonitor zeigt am Set, was später hochkant sichtbar bleibt.
- Separat hochkant drehen, wenn es zählt: Für Reels, die als eigenständige Kampagne laufen, lohnt sich oft eine eigene Einstellung im Hochformat. Der Ausschnitt aus dem Querformat wirkt enger und lässt weniger Spielraum.
- Mehr Pixel heißt mehr Daten: UHD hat viermal so viele Pixel wie Full HD. Speicher, Datensicherung und Schnittrechner müssen das tragen.
Der Rechenweg: Ein 9:16-Ausschnitt ist so hoch wie das Querformat-Bild, seine Breite ist die Höhe mal 9 geteilt durch 16. Bei 2160 Pixeln Höhe ergibt das 1215 Pixel, bei 1080 Pixeln Höhe 607,5 Pixel.
Safe Zone
Was die App überdeckt.
Antwort
Bei Hochkant-Videos liegen Profilname, Beschriftung, Like- und Teilen-Buttons direkt über dem Bild. Meta empfiehlt für Anzeigen in Instagram Stories und Reels, rund 14 Prozent oben, 35 Prozent unten und 6 Prozent an jeder Seite frei von Text, Logos und wichtigen Bildinhalten zu lassen.
- Untertitel und Bauchbinden gehören in den mittleren Bereich, nicht an den unteren Rand, wo sie im Querformat üblich sind.
- Logo und Call-to-Action nicht in die Ecken setzen, sondern mit Abstand zum Rand.
- TikTok bietet eine eigene Safe-Zone-Vorlage zum Download an. Im Schnitt als Ebene über das Bild gelegt, zeigt sie, was frei bleiben muss.
Zum Abhaken
Checkliste: Format vor dem Dreh.
- Ausspielwege auflisten: Website, YouTube, LinkedIn, Instagram, TikTok, Messe-Bildschirm? Jeder Kanal bringt sein Format mit.
- Hauptformat festlegen: In welchem Format wird der Film zuerst und am häufigsten gesehen?
- Auflösung wählen: Soll der Film auch hochkant laufen, in UHD drehen.
- Bildausschnitt für alle Formate prüfen: Hilfslinien am Monitor, Wichtiges in die Bildmitte.
- Eigene Hochkant-Einstellungen einplanen, wenn Reels oder TikTok ein eigener Schwerpunkt sind.
- Texte und Untertitel formatgerecht setzen: Safe Zone beachten, für jedes Format eine eigene Grafikfassung.
- Formate im Briefing festhalten, damit Kamera, Schnitt und Grafik vom ersten Tag an dasselbe planen.
- Vor dem Upload die aktuellen Vorgaben prüfen: Die Plattformen ändern ihre Angaben regelmäßig.
Antworten
Häufige Fragen.
Welches Seitenverhältnis hat ein normales YouTube-Video? +
Ist 4K dasselbe wie UHD? +
Welches Format brauche ich für Instagram Reels und TikTok? +
Kann ich aus einem 16:9-Video ein 9:16-Video schneiden? +
Welches Seitenverhältnis funktioniert auf LinkedIn? +
Was ist die Safe Zone bei Hochkant-Videos? +
Belege
Quellen.
- ITU: Recommendation ITU-R BT.709 (HDTV, 1920 × 1080, 16:9)
- ITU: Recommendation ITU-R BT.2020 (UHDTV, 3840 × 2160 und 7680 × 4320, 16:9)
- Digital Cinema Initiatives: Digital Cinema System Specification (4K-Container 4096 × 2160)
- SMPTE: ST 428-1:2019, Annex A (Kinoformate 1,85:1 und 2,39:1)
- YouTube-Hilfe: Seitenverhältnis und Auflösung
- YouTube-Hilfe: Shorts hochladen (quadratisch oder vertikal, bis 3 Minuten)
- Instagram-Hilfe: Reels: Seitenverhältnis und Auflösung
- LinkedIn-Hilfe: Video-Spezifikationen im Feed und Videos auf Unternehmensseiten
- TikTok Ads: In-Feed Ads, Spezifikationen
- Meta Ads Guide: Facebook Feed Video und Instagram Stories Video (inkl. Safe Zone)
Praxis bei film-produktion.tv
Ein Dreh. Jedes Format.
800+ Projekte Erfahrung in Frankfurt. Sie brauchen Ihren Film für Website, LinkedIn und Reels? Sprechen Sie die Formate gleich im ersten Briefing an, dann lässt sich der Dreh darauf ausrichten.
Briefing-Termin in 24h →