Derselbe Regisseur dreht denselben Film für ab 1.498 € netto oder für ab 9.998 € netto. Beide Zahlen sind korrekt.
Videoproduktion Kosten entstehen nicht beim Angebot, sondern bei fünf Entscheidungen davor: Drehtage, Formate, Postproduktions-Tiefe, Location, Cast und Genehmigungen, Sprachen und Master-Ausspielung. Wer die fünf Hebel vor der Anfrage kennt, weiß, warum sein Film das kostet, was er kostet.
Alle Preise in diesem Beitrag verstehen sich netto, zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer, und richten sich an Unternehmen. Bildhinweis: Symbolbild, KI-generiert (Art. 50 EU AI Act).
Warum „Was kostet ein Video“ die falsche erste Frage ist
„Was kostet ein Video“ ist die Frage, mit der fast jede Anfrage beginnt, und sie ist die falsche erste Frage. Nicht, weil der Preis egal wäre, sondern weil er das Ergebnis einer Rechnung ist, die längst gelaufen ist, bevor jemand ein Angebot schreibt. Die Spanne innerhalb eines einzigen Studios ist größer, als die meisten erwarten: derselbe Regisseur, dieselbe Kamera-Crew, dasselbe Schnittprogramm, und trotzdem liegt zwischen zwei Projekten ein Faktor von mehr als sechs.
Diese Spanne ist kein Zeichen für Willkür. Sie ist das Ergebnis von fünf Entscheidungen, die vor dem Angebot fallen, nicht danach am Verhandlungstisch. Wie viele Drehtage braucht der Film. Wie viele Ausgabeformate soll er bedienen. Wie tief geht die Postproduktion. Braucht es zusätzliche Locations, Cast oder Genehmigungen. Und muss der Film am Ende in mehreren Sprachen oder in mehreren Master-Qualitäten ausgespielt werden. Keine dieser Fragen lässt sich aus der Ferne beantworten, jede hängt vom konkreten Projekt ab, und deshalb bringt ein pauschaler Preis pro Sekunde oder Minute in der Praxis wenig. Jede dieser fünf Antworten schiebt den Preis eine Stufe nach oben oder lässt ihn dort, wo er ist.
Wer diese fünf Entscheidungen kennt, bevor er anfragt, bekommt ein Angebot, das zur eigenen Antwort passt, nicht eines, das erraten werden muss. Das vollständige Preisraster mit allen Paketen und Leistungen findest du hier: das vollständige Preisraster. Dieser Beitrag erklärt, warum die Zahlen dort so weit auseinanderliegen. Dein Film performt nicht zufällig.
Kostentreiber 1, Drehtage
Ein Drehtag ist kein Stundenlohn, den man addiert. Er ist ein Team-Paket aus Regie, Kamera, Licht und Ton, das für diesen einen Tag komplett steht, unabhängig davon, ob am Set drei Stunden oder neun Stunden gedreht wird. Die Anzahl der Drehtage ist deshalb der größte einzelne Hebel im Budget: jeder zusätzliche Tag addiert nicht nur Gagen, sondern ein komplettes Team samt Equipment.
Das Starter-Paket kalkuliert einen Drehtag mit kleinem Team für einen kompakten Film von 15 bis 60 Sekunden, ab 1.498 € netto. Das Premium-Paket rechnet zwei bis drei Drehtage, mehr Setups, mehr Perspektiven. Das Enterprise-Paket geht in den Multi-Day-Betrieb: mehrere Drehtage, mehrere Locations, ein Team, das über mehrere Tage hinweg gebucht bleibt, ab 9.998 € netto. Zwischen diesen beiden Polen liegt der Faktor, der eingangs erwähnt wurde, und er beginnt genau hier, bei der Frage, wie viele Tage der Film braucht.
Wie sich diese Tage-Frage regional auf den Preis auswirkt, beschreibt der Beitrag zu was Drehdauer regional kostet im Detail. Wer wissen will, wie sich ein einzelnes Format über eine größere Datenbasis hinweg verhält, findet Zahlen aus 800+ Projekten für ein einzelnes Format im Imagefilm-Kostenbeitrag.
Kostentreiber 2, Formate
Ein Motiv, das auf LinkedIn im Hochformat läuft, braucht ein anderes Seitenverhältnis als dasselbe Motiv auf der Website oder auf einer Messewand. 16:9, 9:16 und 1:1 sehen nach demselben Rohmaterial aus, sind in der Postproduktion aber drei eigenständige Schnittfassungen, nicht eine Kopie mit anderem Rahmen. Bildausschnitt, Textplatzierung, Tempo und teilweise sogar die Reihenfolge der Einstellungen ändern sich mit dem Format. Ein Motiv, das im 16:9-Format ruhig wirkt, kann im 9:16-Format überladen aussehen, wenn niemand den Bildausschnitt vorab mitgedacht hat. Dieser Vorlauf entscheidet, ob ein zweites oder drittes Format später Mehraufwand oder nur Mehrwert bedeutet.
Jedes zusätzliche Format ist deshalb Schnitt- und Colorierungs-Aufwand, kein Kopiervorgang am Ende der Produktion. Wer von Anfang an weiß, dass ein Film auf drei Kanälen laufen soll, kann das im Dreh mitdenken, etwa durch einen Bildausschnitt, der genug Spielraum für alle drei Formate lässt. Wer die Formatfrage erst nach dem Dreh stellt, zahlt für nachträgliche Anpassungen, die im Vorfeld günstiger gewesen wären.
Das ist der Unterschied zwischen dem Starter-Paket und den Paketen darüber: Starter liefert ein Format, die größeren Pakete kalkulieren mehrere Formate von vornherein ein. Wer einen Film für mehrere Kanäle plant, findet die passende Struktur im Beitrag zum Werbefilm für mehrere Kanäle.
Kostentreiber 3, Postproduktions-Tiefe
Der Rohschnitt eines Films kostet über alle Projekte hinweg ungefähr denselben Aufwand: Material sichten, Struktur bauen, eine erste Fassung stehen. Teuer wird es erst danach, bei der Veredelung, die den Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem überzeugenden Film ausmacht. Color Grading gleicht Licht- und Farbstimmung über alle Einstellungen hinweg an, sodass der Film wie aus einem Guss wirkt statt wie eine Aneinanderreihung einzelner Clips.
Motion Graphics kommt dazu, wenn Zahlen, Logos, Untertitel oder erklärende Grafiken eingebaut werden müssen, jede Sekunde davon ist gestaltete Arbeit, keine automatische Ergänzung. Beides sind Entscheidungen, keine Standardleistung, die in jedem Paket automatisch in derselben Tiefe enthalten ist. Das Premium-Paket für Filme von zwei bis vier Minuten kalkuliert Color Grading und Motion Graphics bereits mit ein, ab 4.998 € netto, und dieser Umfang an Veredelung ist einer der Gründe, warum Premium mehr kostet als Starter.
Wo Motion Graphics zur eigenständigen Formatentscheidung wird statt zur Ergänzung eines Realdrehs, klärt der Beitrag Animation oder Realdreh.
> Erstgespräch zu deinem Projekt, kostenlos, 15 Minuten, direkt mit Rolf Eckel. Termin anfragen
Kostentreiber 4, Location, Cast und Genehmigungen
Ein zweiter Drehort oder eine Person vor der Kamera steht selten im ersten Briefing, meist kommt beides erst im Laufe der Vorbereitung dazu, wenn klar wird, dass ein einzelnes Büro oder ein einzelner Sprecher den Film nicht trägt. Beides klingt nach einer kleinen Ergänzung, ist im Ablauf aber ein eigener Posten.
Jede zusätzliche Location bedeutet Aufbauzeit für Licht und Ton, oft eine Anfahrt, manchmal eine Drehgenehmigung, die vor dem Termin eingeholt werden muss. Jede zusätzliche Person vor der Kamera bedeutet Terminabstimmung, Vorbereitung und eine Freigabe nach § 22 KunstUrhG, dem Recht am eigenen Bild, die dokumentiert werden muss, bevor der Film überhaupt geschnitten wird. Bei einem zweiten Testimonial etwa kommen eine weitere Terminfindung, eine weitere Freigabe und oft ein weiterer Anfahrtsweg hinzu, auch wenn der eigentliche Dreh nur einen halben Tag zusätzlich dauert. Beides lässt sich planen, wenn es früh genannt wird, und beides wird teuer, wenn es erst am Drehtag selbst improvisiert werden muss.
Wie eine Drehgenehmigung im Vorfeld eingeholt wird, beschreibt der Beitrag Drehgenehmigung vor dem Dreh. Wie mit den Daten von Personen vor der Kamera umgegangen wird, erklärt die Seite Datenschutz bei Modelfreigaben.
Kostentreiber 5, Sprachen und Master-Ausspielung
Ein Film, der nur in einem Land und in einer Sprache läuft, braucht eine Tonspur und ein Master. Ein Film, der international eingesetzt wird, braucht für jede Zielsprache eine eigene Fassung, sei es durch Voiceover, durch Untertitel oder durch beides gleichzeitig, dazu oft eigene Grafikversionen für lokalisierte Texte im Bild. Selbst eine einzelne zusätzliche Sprache bedeutet in der Regel einen eigenen Übersetzungs- und Sprecherdurchlauf, keine einfache Untertitel-Datei am Ende der Timeline.
Multi-Language-Fassungen und zusätzliche Master in unterschiedlichen Qualitätsstufen, etwa für Kino-Leinwände, Broadcast oder Social-Kanäle, sind der Sprung, der ein Projekt von Premium zu Enterprise trägt. Das Enterprise-Paket ab 9.998 € netto ist so kalkuliert, dass dieser Aufwand an Sprachen und Ausspielformaten von Anfang an eingerechnet ist, statt später als Überraschung aufzutauchen.
Wie internationale Kampagnen mit diesem Mehraufwand strukturiert werden, zeigt der Beitrag zu internationale Imagefilm-Kampagnen.
Eine Bemerkung zu allen „ab“-Preisen, auch zu meinen: Ein Einstiegspreis sagt nur etwas aus, wenn klar ist, was in diesem Umfang steckt. Wenn du irgendwo „ab 1.498 €“ hörst, frag nach, wie viele Drehtage, wie viele Formate und welche Postproduktions-Tiefe darin enthalten sind. Erst diese Antwort macht aus einer Zahl ein Angebot.
Was du selbst in der Hand hast
Mindestens drei der fünf Treiber liegen nicht beim Studio, sondern in der Entscheidungshoheit des Kunden: die Anzahl der Formate, die Anzahl der Locations und Personen vor der Kamera, die Sprachen, in denen der Film am Ende laufen soll. Nur die Postproduktions-Tiefe und die Zahl der nötigen Drehtage sind stärker handwerklich geprägt, auch sie lassen sich aber vor der Anfrage grob einschätzen, wenn das Thema und der Anspruch feststehen.
Wer diese drei Entscheidungen vor der Anfrage klärt, statt sie im Gespräch erst zu entdecken, bekommt ein Angebot, das zum eigenen Projekt passt, statt eine Verhandlungsrunde, in der nachträglich nachjustiert wird. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Budget, das sich wie Glückssache anfühlt, und einem Budget, das sich wie eine Reihe bewusster Entscheidungen anfühlt. Dein Film performt nicht zufällig.
Wie diese Klärung vor dem Dreh systematisch abläuft, beschreibt die Validierungs-Methodik vor dem Dreh, Schritt für Schritt nachvollziehbar im Validierungs-Workflow Schritt für Schritt.
Welche Fehler im Briefing selbst am häufigsten das Budget sprengen, zeigt der Beitrag zu Briefing-Fehler, die das Budget sprengen.
Häufige Fragen zu Videoproduktion-Kosten
Was kostet eine Videoproduktion im Durchschnitt?
Ein pauschaler Durchschnitt sagt wenig aus, weil er die fünf Kostentreiber aus diesem Beitrag verdeckt: Drehtage, Formate, Postproduktions-Tiefe, Location und Cast, Sprachen. Realistischer ist, die eigene Antwort auf diese fünf Fragen zu kennen, dann lässt sich die passende Preisklasse genauer einschätzen als mit einer einzelnen Durchschnittszahl.
Warum liegen zwei Filme desselben Anbieters preislich so weit auseinander?
Weil beide Projekte an denselben fünf Stellen unterschiedlich entschieden wurden. Ein Film, der an einem Tag in einem Raum entsteht und in einem Format ausgespielt wird, bindet ein Bruchteil der Ressourcen eines Films, der über mehrere Tage an mehreren Orten gedreht und in mehreren Sprachen ausgespielt wird. Derselbe Regisseur, dasselbe Team, zwei sehr verschiedene Produktionen. Der Unterschied entsteht vor dem Angebot, nicht durch Verhandlung danach.
Was ist der teuerste Kostentreiber bei einer Videoproduktion?
Erfahrungsgemäß sind es die Drehtage, weil jeder zusätzliche Tag ein komplettes Team aus Regie, Kamera, Licht und Ton neu bindet. Ein kompletter Drehtag mit diesem Team liegt zwischen 1.200 € und 2.400 € netto, abhängig von Umfang und Setup, und multipliziert sich mit jedem weiteren Tag, den ein Projekt tatsächlich braucht.
Wie viele Drehtage braucht ein Imagefilm?
Das hängt vom Anspruch ab: ein kompakter Imagefilm lässt sich oft an einem Tag drehen, ein Film mit mehreren Locations, mehreren Personen oder mehreren Szenen-Setups braucht in der Regel zwei bis drei Tage. Multi-Day-Produktionen mit mehr als drei Tagen sind meist Enterprise-Projekte.
Was kostet ein zusätzliches Ausgabeformat wie 9:16 oder 1:1?
Ein zusätzliches Format ist kein Aufpreis auf eine bestehende Datei, sondern eine eigene Schnitt- und Colorierungs-Fassung. Deshalb kalkulieren die größeren Pakete mehrere Formate von Anfang an ein, statt sie nachträglich zuzukaufen. Was ein weiteres Format im konkreten Fall bedeutet, hängt davon ab, wie stark sich Bildausschnitt und Schnittrhythmus zwischen den Formaten unterscheiden, und wird deshalb pro Projekt kalkuliert.
Lohnen sich Color Grading und Motion Graphics für jedes Video?
Nicht für jedes. Ein kurzes Social-Snippet kommt oft ohne aufwendige Veredelung aus, ein Imagefilm oder ein Recruitingvideo, das die Marke über längere Zeit repräsentiert, profitiert dagegen von Color Grading. Motion Graphics lohnt sich vor allem dort, wo Zahlen oder Abläufe erklärt werden müssen, die reine Bilder nicht selbst zeigen können.
Wie kann ich die Kosten meiner Videoproduktion vor dem Angebot einschätzen?
Indem du dir die fünf Fragen aus diesem Beitrag selbst beantwortest, bevor du anfragst. Mit diesen Antworten lässt sich ein Angebot deutlich präziser einordnen als mit der Frage „was kostet ein Video“ allein.
Was ist günstiger, eine Full-Service-Agentur oder ein regisseur-geführtes Studio?
Strukturell unterscheiden sich beide Modelle vor allem in der Anzahl der Ebenen zwischen Kunde und Kamera, nicht zwingend im Endpreis. Wer die Modelle für das eigene Projekt vergleichen will, findet die Einordnung samt Preisrahmen auf der Seite zu den Kosten einer Videoproduktion.
Diese fünf Fragen lassen sich in einem einzigen Gespräch vor der Anfrage klären, meist innerhalb von 15 Minuten. Über 20 Jahre Regie-Erfahrung zeigen ein Muster: Kunden, die vor der Anfrage wissen, was sie tatsächlich brauchen, bekommen bessere Angebote als Kunden, die zuerst nach einem Preis fragen. Die fünf Treiber aus diesem Beitrag sind kein Verkaufsargument, sie sind die Rechnung, die ohnehin läuft, sichtbar gemacht. Wer sie kennt, verhandelt nicht mehr über einen Preis, sondern über ein Projekt.
Schick mir den Link zu eurem letzten Unternehmensfilm. Ich sag euch in 48 Stunden, was die Daten dazu sagen. Der schnellste Weg dahin ist das Kontaktformular.
Mit deiner Anfrage verarbeitet Rolf Eckel Filmproduktion die übermittelten Daten zur Bearbeitung deiner Anfrage auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (vorvertragliche Maßnahme auf deine Anfrage), hilfsweise Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Inhaltsverzeichnis




