Projektziel & Briefing
Das Musikvideo fuer die Frankfurter Formation Novaspace entstand im Rahmen einer Inklusionskampagne, die Musikschaffende mit und ohne Behinderung zusammenbringt. Ziel war ein Video, das weder paternalistisch noch reduziert auf den Inklusionsgedanken wirkt, sondern die kuenstlerische Substanz der Musik in den Mittelpunkt stellt.
Das Briefing sah eine bildstarke, tanzlastige Produktion vor, die urbane Locations im Rhein-Main-Gebiet mit Studio-Choreografien verknuepft. Die Band wuenschte sich eine visuelle Handschrift mit starken Farbakzenten, dynamischen Schnitten und einem unverkrampften Umgang mit Diversitaet. Der Film sollte in seiner Form selbst zeigen, dass Inklusion kein Zusatzthema ist, sondern selbstverstaendlicher Teil zeitgenoessischer Kulturproduktion.
Die Kernbotschaft sollte durch Bildkomposition, Performance und Rhythmus transportiert werden, nicht durch erklaerende Texttafeln. Diese Entscheidung praegte die gesamte Dramaturgie: kein Voice-Over, keine pointierten Texttafeln, sondern eine rein filmische Sprache, die sich aus Musik und Bewegung speist.
Deliverables & Umsetzung
Der Dreh fand an zwei Tagen statt. Tag eins in einem leerstehenden Industrieareal in Offenbach-Kaiserlei, Tag zwei in einem Tanzstudio in Frankfurt-Bornheim. Die Crew bestand aus zwoelf Personen inklusive Regie, DoP, zwei Kameraassistenzen, Gaffer, zwei Lichtoperator, Choreografie-Leitung, Maske, Kostuem, Setrunner und Produktionsleitung.
Als Hauptkamera kam die RED Komodo 6K mit Sigma Cine Primes zum Einsatz. Ergaenzend nutzten wir eine Blackmagic Pocket 6K Pro fuer Handheld- und POV-Aufnahmen. Fuer Slow-Motion-Passagen drehten wir mit 120fps. Die Lichtsetzung im Industrieareal basierte auf Aputure Nova P600c-Panels mit Farbwechsel in Echtzeit, die den rhythmischen Takt der Musik auch visuell greifbar machten.
In der Postproduktion wurde das Material in DaVinci Resolve geschnitten und gegradet. Die farbintensive Bildsprache entstand in enger Abstimmung mit der Band. Sounddesign und Musikmix wurden vom Band-eigenen Produzenten in Pro Tools finalisiert. Deliverables: Hauptvideo 3:40 Minuten, Teaser 45 Sekunden, vertikale Social-Media-Cutdowns sowie ein stummes Loop-Visual fuer den Einsatz auf Konzertveranstaltungen.
Produktionskontext
Die Produktion wurde durch eine Kulturfoerderung des Landes Hessen unterstuetzt. Vor dem Dreh gab es mehrere Proben mit Choreografie-Leitung und Band, um Bewegungsablaeufe und Kamerawinkel zu koordinieren. Die Zusammenarbeit mit einem inklusiven Tanzensemble erforderte besondere Sorgfalt in der Drehplanung, etwa bei Pausen, Barrierefreiheit der Locations und individueller Absprache mit einzelnen Darstellerinnen und Darstellern.
Besonders herausfordernd war die Synchronisation von Live-Performance und playback-gesteuerten Choreografie-Elementen. Unsere Setruntime lag deutlich ueber dem Durchschnitt eines vergleichbaren Musikvideo-Produktionstages, was in der Vorkalkulation bewusst eingeplant wurde, um ein entspanntes Arbeitstempo sicherzustellen.
Die Veroeffentlichung erfolgte ueber YouTube und die Kanaele mehrerer Kulturpartner. Das Video wurde auf einem regionalen Kurzfilmfestival gezeigt und erhielt positive Resonanz in der Fachpresse. Fuer uns war das Projekt ein eindrucksvolles Beispiel dafuer, wie Musikvideoproduktion kuenstlerischen Anspruch und gesellschaftliche Relevanz verbinden kann, ohne ins Belehrende zu kippen und ohne filmhandwerkliche Substanz zu opfern.
Visuelles Konzept & Musikdramaturgie
Das Musikvideo für Novaspace entstand aus einer engen Abstimmung zwischen Künstler-Management, Label und Regie. Grundlage war eine Mood-Analyse des Tracks, aus der sich die zentralen visuellen Motive ableiteten: urbane Nachtlandschaften, reflektierende Oberflächen und gezielte Farbkontraste zwischen Magenta und tiefem Blau. Die Storyline arbeitete nicht linear, sondern über rhythmisch montierte Fragmente, die sich am Beataufbau des Songs orientierten.
Für die Musikdramaturgie wurde der Schnitt streng entlang des Arrangements aufgebaut: Breakdown, Drop und Outro korrespondierten mit sichtbaren Szenenwechseln, Lichtwechseln und Tempoverschiebungen in der Kamerabewegung. Dadurch bekam das Video eine eigenständige choreografische Qualität, die weit über bloße Bebilderung hinausging. Novaspace konnte das Material auf Musikkanälen, Streaming-Plattformen und im Live-Visual-Set ihrer Auftritte dauerhaft weiterverwenden.
Technisch war die Produktion anspruchsvoll, weil nächtliche Außendrehs mit performativen Szenen und Playback-Abläufen zu koordinieren waren. Eine sorgfältig vorbereitete Drehplanung mit Wetterpuffern, Stromversorgung für Lichtaggregate und mehreren Stages pro Drehnacht machte den Plan haltbar. Novaspace bekam dadurch nicht nur ein einzelnes Musikvideo, sondern einen Pool an visuellem Rohmaterial, aus dem Promo-Cuts, Social-Teaser und Live-Visuals für Tourauftritte abgeleitet werden konnten.
Für Novaspace war besonders relevant, dass das Videomaterial auch in hohen Auflösungen gemastert wurde. Spätere Re-Releases und Best-Of-Compilations profitieren davon, ohne den Clip neu produzieren zu müssen, was den ursprünglichen Produktionsaufwand wirtschaftlich über die klassische Promotionsphase hinaus rechtfertigt.





