Projektziel und Briefing
Der Song Arche Noah verhandelt in metaphorischer Sprache Themen wie Zusammenhalt, drohenden Verlust und die Frage, was wir mitnehmen, wenn sich alles veraendert. Fuer das zugehoerige Musikvideo suchte die Band einen Partner, der die poetische Schwere des Stuecks in eine klare, ruhige Bildsprache uebersetzt.
Wir entwickelten ein Konzept, das drei symbolische Raeume verknuepft: einen ueberfluteten Keller, einen nebligen Waldrand und ein minimalistisch gebautes Studio-Set, in dem die Protagonistin buchstaeblich an Hoehe gewinnt. Statt dramatischer Effekte setzten wir auf Atmosphaere, Textur und langsame Kamera, die dem Song Zeit zum Atmen geben.
Die Band wuenschte ein Video, das man mehrfach sehen kann, ohne dass sich die Bilder abnutzen. Deshalb legten wir viel Wert auf Bildkomposition und Detailtiefe, sowohl in den Requisiten als auch in Licht und Farbe, damit bei jedem Anschauen neue Ebenen sichtbar werden.
Deliverables und Umsetzung
Die Produktion lief ueber drei Drehtage mit einer Crew von acht Personen inklusive Szenenbildnerin und einem spezialisierten Water-Effects-Techniker. Die Wassersequenzen drehten wir in einem kontrolliert gefluteten Kellergeschoss in Hessen, das wir ueber einen Location-Scout fanden und mit Pumpen und Plastikfolien praepariert hatten. Die Wassertiefe lag konstant bei etwa 30 Zentimetern, was ausreichte, um verfremdete Spiegelungen zu erzeugen.
Kamera war eine ARRI Alexa Mini mit Zeiss-Super-Speed-Primes, die die Licht-Stimmungen in den feuchten Raeumen sehr schoen zeichneten. Fuer die Waldsequenzen arbeiteten wir mit einer DJI Inspire 3 fuer gleitende Totalen ueber die Baumkronen. Der Studio-Teil entstand in einem angemieteten Raum in Offenbach mit einem Cyclorama-aehnlichen Aufbau und einer Hebebuehne, auf der die Darstellerin behutsam in die Hoehe gefahren wurde.
Die Deliverables umfassten das fertige Musikvideo, einen vertikalen Cut, Standbilder fuer Streaming-Cover und ein kurzes Behind-the-Scenes-Format. Grading in DaVinci Resolve mit bewusst gedaempfter Farbpalette, Sounddesign in Pro Tools zur akustischen Verstaerkung der Wasser- und Windtexturen. Zusaetzlich wurde ein reiner Atmos-Cut produziert, der auf Festivals als Installation laufen kann.
Produktionskontext
Der groesste Aufwand lag in der Sicherheit am Set: Wasser, Elektrik, Kamera – diese Kombination erforderte enges Arbeiten mit unserem Sicherheitsverantwortlichen. Wir nutzten Trenntrafos, isolierte Stative und akkubetriebene Lichttechnik, um Risiken komplett auszuschliessen. Vor jedem Take pruefte ein zweites Crewmitglied die elektrische Infrastruktur gegen Checkliste.
Regie und Darstellerin arbeiteten mit einem Choreografie-Ansatz, der die Bewegungen im Wasser langsam und fast tanzartig organisierte. Das passte zur Erzaehllogik des Songs und machte die Postproduktion ruhig und dichtemaessig sehr kontrolliert. Kaelte und Feuchtigkeit waren Thema, weswegen wir mit waerme- und trocknungsfaehigen Ruhezonen und einem Tierwaermer-Aehnlichen Trockenset gearbeitet haben.
Arche Noah wurde als Teil einer EP-Rollout-Kampagne der Band veroeffentlicht und in mehreren Online-Magazinen besprochen. Fuer uns war es eines der produktionell dichtesten Musikvideo-Projekte der Saison und markierte einen stilistischen Schritt in Richtung atmosphaerischer, bildkuenstlerischer Musikproduktionen. Im Nachgang entstand daraus ein Live-Visual-Konzept fuer die Tour der Band.
Symbolik und Setdesign Arche Noah
Das Musikvideo Arche Noah übersetzt die biblische Vorlage in eine zeitgenössische, leicht dystopische Bildwelt. Statt naturalistischer Tierpaare arbeiteten wir mit stilisierten Masken, handgefertigten Kostümen und einem zentralen Bootsgerüst, das aus recyceltem Holz in einer Werft aufgebaut wurde. Diese bewusste Materialwahl spiegelt die ökologische Lesart des Songtextes und gibt dem Set eine haptische Glaubwürdigkeit, die digitale Effekte nicht leisten könnten.
Für die Wasser- und Regensequenzen kam eine kontrollierte Regenmaschine mit abgestimmter Rücklichtsituation zum Einsatz, sodass jeder Tropfen sichtbar, aber nicht dominant wirkt. Die Farbdramaturgie bewegt sich von warmem Bernstein in den Anfangssequenzen zu einem kühlen Stahlblau im Finale und unterstützt damit die erzählerische Bewegung von Hoffnung zu Aufbruch. Das Video wurde als zentrales Asset der Albumveröffentlichung eingesetzt und über alle Streaming-Plattformen hinweg begleitend beworben.
Für die Bildstrecke zur Singleveröffentlichung haben wir parallel zum Dreh fotografische Stills produziert, die den maritimen Look aufnehmen und in Plattform-Headern, Spotify-Canvas und Pressematerial weiterverwendet wurden. Die gesamte Bildsprache trägt dadurch über Wochen hinweg eine erkennbare Handschrift, was der Wahrnehmung des Tracks als zusammenhängendes Konzept deutlich zugutekam.





