Briefing des Kunden
Die Anfrage kam ueber unser Kontaktformular: Ein Industrieunternehmen mit Hauptsitz in Hessen suchte eine Filmproduktion, die ueber mehrere Messejahre hinweg Referenzen vorweisen kann und ein kuratiertes Showreel aus unterschiedlichen Messefilmproduktionen liefern wuerde. Ziel war es, die Qualitaet der Messekommunikation kuenftig auf ein einheitliches Niveau zu heben und intern einen Standard fuer kommende Auftritte zu etablieren.
Aus unserem Archiv stellten wir ein Showreel zusammen, das Aufnahmen von Achema, Automechanika, Light + Building, ISH sowie der Frankfurter Buchmesse umfasst. Ergaenzend entwickelten wir einen neuen Messefilm fuer den Auftritt auf einer Fachmesse in Hannover, bei dem wir die neue Bildsprache erstmals vollstaendig umsetzen konnten.
Der Kunde wollte dabei bewusst keine austauschbare Messe-Aesthetik, sondern eine Erzaehlform, die Standbesucher, Gespraeche und Produktdemonstrationen als zusammenhaengende Story erzaehlt und am Ende einen klaren Handlungsaufruf platziert. Die Tonalitaet sollte nuechtern, aber emotional aufgeladen sein, damit Entscheider im Nachgang leichter erinnert werden.
Deliverables & Umsetzung
Der Messedreh erfolgte an drei Tagen mit einer sechskoepfigen Crew: Regie, zwei Kameraleute, Tonmeister, Produktionsleitung und ein Assistent fuer Akkreditierungen und Setlogistik. Auf Messen dieser Groessenordnung ist Flexibilitaet entscheidend, weshalb wir mit schlanker Ausruestung, kurzen Ruestzeiten und klaren Shot-Listen arbeiteten.
Als Hauptkamera kam eine Sony FX6 mit Sigma Art Cine Primes zum Einsatz, fuer bewegte Standaufnahmen nutzten wir eine zweite FX6 auf einem DJI RS 3 Pro Gimbal. Der Ton wurde ueber Sennheiser MKH 416 Richtmikrofone sowie DPA 4061 Lavaliers an den Protagonisten abgenommen, um auch im hohen Geraeuschpegel einer Messehalle sauber zu bleiben. Zusaetzlich liefen Sony UWP-D Funkstrecken als redundante Sicherung.
In der Post-Production wurde das Showreel in Adobe Premiere Pro geschnitten, mit Rhythmus-basiertem Schnitt auf eine eigens komponierte Musikspur. Das Grading lief in DaVinci Resolve, um die unterschiedlichen Lichtsituationen der einzelnen Messen auf einen gemeinsamen Look zu bringen. Sounddesign und Voice-Over entstanden in Pro Tools, die abschliessende Lautheits-Normalisierung erfolgte auf minus 16 LUFS fuer den Online-Einsatz und minus 23 LUFS fuer den Fachmessen-TV-Einsatz.
Produktionskontext
Messefilmproduktionen sind logistisch anspruchsvoll: enge Zeitfenster, laufender Standbetrieb, wechselnde Gespraechspartner und oft erst kurzfristige Freigaben fuer Dreharbeiten. Unsere langjaehrige Erfahrung auf der Messe Frankfurt und anderen Leitmessen erlaubt uns, diese Rahmenbedingungen als Teil der Dramaturgie zu nutzen statt gegen sie zu arbeiten. Wir planen deshalb grundsaetzlich einen Puffer fuer spontane Interview- und Produktsituationen ein.
Das finale Showreel mit einer Laufzeit von 2:40 Minuten wurde im Maerz 2026 an die Marketingleitung uebergeben und seitdem in Pitches, auf der Unternehmenswebsite sowie im internen Sales-Enablement eingesetzt. Der begleitende Messefilm erreichte ueber LinkedIn und Branchenportale zusammen rund 28.000 Views und wurde in mehreren Branchenmedien als gelungener Mix aus Produktdemo und Storytelling zitiert.
Fuer uns als Filmproduktion im Rhein-Main-Gebiet sind Messefilmproduktionen ein Kernsegment, das kontinuierlich hohe Ansprueche an Schnelligkeit, gestalterische Qualitaet und redaktionelle Disziplin stellt. Wir kombinieren diese Disziplinen mit einem ausgebauten Netzwerk an Freelancern und Dienstleistern, um auch bei parallelen Messeauftritten in Frankfurt, Hannover und Muenchen zuverlaessig liefern zu koennen.
Messefilm-Showreel als Vertriebswerkzeug
Das Showreel fasst Messefilmproduktionen mehrerer Jahre zu einem dichten Highlight-Cut zusammen. Beim Sichten haben wir bewusst Szenen mit Publikumsinteraktion, Live-Demos und Keynote-Momenten kombiniert, damit potenzielle Auftraggeber sofort den Mehrwert eines bewegten Messerueckblicks erkennen. Die Musik wurde lizenziert, die O-Toene tauschbar gestaltet.
Fuer Vertriebstermine existieren zwei Ausspielvarianten: eine neunzig Sekunden lange Teaserfassung fuer die Erstansprache und eine detaillierte Vierminutenversion mit Kapitelmarken fuer Pitch-Gespraeche. Beide Fassungen werden regelmaessig um neue Projekte ergaenzt, ohne die Gesamtdramaturgie neu bauen zu muessen – ein bewusst modular gedachtes Referenzvideo.
Parallel zur linearen Fassung entstand eine stille Social-Cut-Version mit Bauchbindentext, die in LinkedIn-Feeds auch ohne Ton funktioniert und trotzdem Messeatmosphaere transportiert. Gerade auf Entscheiderprofilen erreicht diese Variante deutlich hoehere Completion-Raten als Clips mit dominantem Sounddesign und unterstuetzt so die Leadgenerierung im Messeumfeld.



