Projektziel & Briefing
InterCem, spezialisiert auf Zement- und Baustoffanlagen, suchte einen Imagefilm, der die internationale Projektkompetenz des Unternehmens verdichtet sichtbar macht. Das Kundenbriefing aus der Marketingabteilung in Nordrhein-Westfalen sah vor, die Verbindung zwischen deutscher Ingenieurskunst und globalem Projektgeschaeft erlebbar zu machen und den Vertrieb mit einem aussagekraeftigen Instrument fuer internationale Pitches auszustatten.
Zielgruppe waren internationale Entscheider in Zementkonzernen, Planungsbueros und Baustoffherstellern, insbesondere im Mittleren Osten, Lateinamerika und Suedostasien. Entsprechend lieferten wir den Film in deutscher, englischer und spanischer Sprachfassung mit jeweils angepassten Untertiteln und lokalisierten Masseinheiten in den Grafiken.
Dramaturgisch arbeiteten wir mit drei Ebenen: Heritage und Engineering-DNA des Unternehmens, konkrete Projektbeispiele in Bild und Zahl sowie ein klares Zukunftsversprechen rund um Dekarbonisierung und Effizienz. Diese Struktur gibt dem Vertriebsteam die Moeglichkeit, bei Bedarf einzelne Sequenzen als Stand-Alone-Einspieler zu nutzen.
Deliverables & Umsetzung
Gedreht wurde an insgesamt sechs Drehtagen, davon vier in Deutschland (Werksbesichtigung, Engineering-Office und Prueflabor) sowie zwei Tage Stock- und Case-Study-Sichtung, bei der wir vorhandenes Projektmaterial ueberarbeiteten und farblich angleichten. Die Crew vor Ort umfasste acht Personen inklusive eines erfahrenen Industrie-DoPs, der regelmaessig in Zement- und Betonumgebungen arbeitet.
Als Kamerasystem setzten wir eine ARRI Alexa Mini mit Zeiss CP.3 Objektiven ein, fuer Detail- und Makroaufnahmen im Labor kombiniert mit einer RED Komodo und Laowa Probe Lens. Die DJI Inspire 3 lieferte Luftaufnahmen der Produktionsanlagen, waehrend ein Ronin 4D fuer Walk-Throughs genutzt wurde. Fuer die Ausleuchtung grossflaechiger Hallen setzten wir Aputure LS 1200d Pro mit Lichtkuppeln ein.
In der Post-Production erfolgte der Schnitt in Avid Media Composer, das Grading in DaVinci Resolve Studio. Fuer die 3D-Darstellungen der Anlagen arbeiteten wir mit einem spezialisierten Visualisierungspartner in Cinema 4D und komponierten die Layer anschliessend in After Effects. Sounddesign und Voice-Over in drei Sprachen wurden in Pro Tools realisiert, inklusive individueller Raumklang-Modellierung fuer die Produktionshallen-Szenen.
Produktionskontext
Industriefilme im Anlagenbau erfordern neben filmischer Kompetenz ein tiefes Verstaendnis fuer technische Prozesse, Projektabwicklung und regulatorische Anforderungen. Wir arbeiteten eng mit dem technischen Vertrieb zusammen, um Aussagen zu Kapazitaeten, Emissionswerten und Projektlaufzeiten praezise und abnahmefaehig abzubilden. Die technischen Kennzahlen durchliefen eine interne Faktenpruefung vor der Finalisierung.
Der finale Imagefilm hat eine Laenge von 3:10 Minuten und wurde erstmals auf einer Branchenmesse im Nahen Osten praesentiert. Seit der Veroeffentlichung verzeichnet das Unternehmen laut eigenen Angaben eine spuerbar hoehere Qualifizierungsquote bei internationalen Projektanfragen und setzt den Film zusaetzlich gezielt in LinkedIn-Kampagnen zur Investorenansprache ein.
Fuer uns als Industriefilm-Produktion im Rhein-Main-Gebiet ist InterCem ein Musterbeispiel dafuer, wie mittelstaendische Hidden Champions ihre globale Positionierung mit filmischer Substanz unterstuetzen koennen. Die Kombination aus technischer Tiefe, dokumentarischer Klarheit und internationaler Lokalisierung hebt solche Projekte von reinen Werksfilmen deutlich ab.
Projekt-Learnings aus der Industrieproduktion
InterCem produziert Anlagen in der Zementindustrie, das heisst lange Maschinenhallen, hohe Temperaturen und viele sicherheitsrelevante Bereiche. Wir haben den Drehplan daher konsequent entlang der Schichtwechsel aufgebaut, damit Wartungsfenster fuer ruhige Kamerapositionen nutzbar waren. Alle Crewmitglieder trugen die vorgeschriebene PSA inklusive Gehoerschutz und Staubmasken.
Ein wichtiges Learning: In staubigen Umgebungen arbeiten wir heute standardmaessig mit Kameraschutzcovern sowie redundanten Staubschutzklappen am Mattebox-System. Das hat die Ausfallzeiten im Vergleich zu frueheren Industriedrehs deutlich gesenkt. Auch der Tontechnik widmen wir in solchen Umfeldern mehr Vorbereitung, weil Hall und Maschinengeraeusche den O-Ton schnell unbrauchbar machen koennen.
Die Nachbesprechung mit dem Kunden hat zudem ergeben, dass Industrieimagefilme idealerweise zwei Erzaehlebenen tragen: eine fuer technische Entscheider in langer Fassung und eine reduzierte Variante fuer Messe und Social. Wir haben diese Erkenntnis in unsere Pre-Production-Vorlagen uebernommen und beraten seither Industriekundinnen und Industriekunden entsprechend breiter.
Aus dieser Doppelstruktur heraus konnten wir dem Kunden zudem ein transparentes Zweiphasen-Angebot aufbauen, das Industrieunternehmen den Einstieg in bewegte Kommunikation erleichtert, ohne in der ersten Projektphase bereits die volle Bandbreite an Ausspielformaten budgetieren zu muessen.




