Projektziel & Briefing
Das Musikvideo Inklusion ist ein filmisches Statement fuer Vielfalt und gesellschaftliches Miteinander. Ein gemeinnuetziger Traeger aus dem Rhein-Main-Gebiet beauftragte film-produktion.tv mit einer sensiblen, kraftvollen Bildsprache, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf Augenhoehe inszeniert. Die Initiative wollte sich bewusst von Mitleidsnarrativen abgrenzen und stattdessen ein modernes, selbstbewusstes Bild vermitteln.
Das Briefing verzichtete bewusst auf ein klassisches Kampagnenvokabular. Im Mittelpunkt standen ein Songtext und die realen Protagonisten, deren Biografien die Dramaturgie trugen. Rolf Eckel entwickelte eine Regie, die dokumentarische Momente und inszenierte Tanzszenen verknuepft. Die Vorbereitungsphase umfasste mehrere Gespraeche mit den Protagonisten, in denen Szenen, Bewegungen und Toleranzspannen gemeinsam festgelegt wurden.
Ein zentraler Anspruch: Keine Pathos-Bilder, keine Betroffenheits-Aesthetik. Stattdessen ein selbstbewusstes, modernes Musikvideo, das Inklusion als Normalitaet feiert. Die Farbwelt und der Schnittrhythmus folgten daher eher einem urbanen Musikvideo-Standard als typischen NGO-Aesthetiken, was von der Auftraggeberseite bewusst gewuenscht war.
Vor den Drehtagen wurde ein schriftlicher Ethik-Rahmen mit allen Protagonisten besprochen, in dem Rechte an Bildauswahl, Interviewinhalten und Veroeffentlichungskanal klar festgehalten waren. Dieser Rahmen ist fuer soziale Filmproduktionen ein wichtiger Schutz und schafft auf beiden Seiten Sicherheit.
Deliverables & Umsetzung
Gedreht wurde an drei Tagen an mehreren Locations in Frankfurt und Offenbach, darunter eine stillgelegte Industriehalle und eine urbane Bruecken-Umgebung am Main. Die Crew umfasste neun Personen inklusive DoP, Tontechnik, Set-Aufnahmeleitung und Inklusionsbegleitung fuer die Protagonisten. Eine Choreografin arbeitete vor Drehbeginn mit den Darstellenden an Bewegungsablaeufen, die fuer alle gleichermassen umsetzbar waren.
Als Kamera kam eine Sony FX6 mit Sigma-Cine-Optiken zum Einsatz, gesetzt auf DJI Ronin fuer Bewegungssequenzen. Die Drohnenaufnahmen ueber dem Main entstanden mit einer DJI Inspire 3. Fuer Playbacksequenzen wurde ein Timecode-Sync mit dem Masterband eingespielt, was die Schnittphase erheblich beschleunigte. Lichtsetzung erfolgte bewusst natuerlich, um die realen Raeume nicht zu ueberformen.
In der Post-Produktion lief das Grading in DaVinci Resolve mit einem warmen, leicht entsaettigten Look. Schnittmaster, Social-Cutdowns im Hoch- und Quadratformat sowie ein Behind-the-Scenes-Teaser komplettierten das Deliverable-Paket. Fuer den Festivaleinsatz wurde zusaetzlich eine DCP-Fassung erstellt, fuer Social-Plattformen mehrere untertitelte Versionen in Deutsch und Englisch.
Waehrend der Dreharbeiten entstand zusaetzlich Dokumentarmaterial, das spaeter in einem Behind-the-Scenes-Film verarbeitet wurde. Dieses Nebenprodukt wurde fuer Social-Plattformen geschnitten und zeigt die Haltung hinter dem Projekt, ohne die Wirkung des Hauptfilms zu beeintraechtigen.
Produktionskontext
Das Projekt stellte besondere Anforderungen an Barrierefreiheit am Set: Rampen, ruhige Drehpausen, klare Ansagen. Die Regie arbeitete eng mit den Protagonisten und ihren Begleitpersonen an Bewegungsabfolgen und Performance. Drehtage wurden bewusst mit laengeren Pausenphasen geplant, damit sich die Darstellenden in Ruhe vorbereiten konnten, ohne Zeitdruck.
Inklusion als Thema passt zur Haltung von Rolf Eckel, der regelmaessig soziale und gemeinnuetzige Filmprojekte mitgestaltet. Das fertige Video lief auf Social-Plattformen, Festivals und wurde im Rahmen von Vielfalts-Veranstaltungen in Hessen gezeigt. Auch in Schulen und Bildungseinrichtungen wurde der Film fuer Diskussionsrunden eingesetzt.
Das Musikvideo wurde in Fachkreisen lobend besprochen und dient inzwischen als Referenz, wie inklusive Filmproduktion ohne Klischees auskommen kann. Es zeigt zudem, wie sich soziale Filmarbeit und handwerklich hochwertige Produktion verbinden lassen, ohne die eine Qualitaet gegen die andere auszuspielen. Gerade dieser Spagat macht die Produktion zu einem besonderen Referenzprojekt.
Das Projekt gilt im Umfeld von gemeinnuetzigen Traegern als positives Beispiel fuer eine gelungene filmische Zusammenarbeit. Weitere Anfragen im sozialen Bereich sind seither direkt an film-produktion.tv gerichtet worden, was die Haltung des Studios in diesem Segment weiter festigt.
Abschliessend laesst sich sagen, dass der Erfolg des Projekts zu einem grossen Teil auf der engen, respektvollen Zusammenarbeit zwischen Traeger, Protagonisten und Filmteam beruht. Diese Vertrauensbasis ist nicht in Drehtagen zu erzeugen, sondern muss in der Konzeptphase angelegt werden. Weitere soziale Filmprojekte im Rhein-Main-Gebiet greifen diesen Ansatz inzwischen gezielt auf und zeigen, dass sich der Mehraufwand in der Vorbereitung langfristig auszahlt.





