Projektziel und Briefing
Die Thomas-Cook-Reisebueros wollten eine Reihe kurzer Imagefilme, die den persoenlichen Beratungsvorteil gegenueber reinen Online-Buchungsplattformen in den Vordergrund stellen. Angesichts der dynamischen Entwicklungen in der Tourismusbranche war uns wichtig, emotional und sympathisch zu kommunizieren, ohne in nostalgische Reisebuero-Klischees zu verfallen.
Wir entwickelten eine Filmserie mit drei Modulen: Beratungsgespraech, Familienplanung, Last-Minute-Situation. Jedes Modul lief als eigenstaendiger Kurzfilm und konnte zu einem Hauptfilm kombiniert werden. Diese Modularitaet gab dem Marketing die Moeglichkeit, fuer jede Saison und Zielgruppe einen eigenen Schwerpunkt zu setzen.
Die Filme sollten auf der Website, auf YouTube, in den Filialen als Display-Loop und auf Instagram funktionieren. Daraus ergaben sich ausgepraegte Anforderungen an Format-Variation und Schnittrhythmus.
Deliverables und Umsetzung
Gedreht wurde an zwei Drehtagen in einer Reisebuero-Filiale in Frankfurt sowie an einer Outdoor-Location fuer die Reise-Vignetten. Crew: sieben Personen, inklusive Kostuem- und Szenenbildassistenz. Kamera war eine Sony FX9 mit Sony-G-Master-Primes, ergaenzt durch einen DJI Ronin 2 fuer fliessende Bewegungen im Reisebuero-Raum. Dadurch konnten wir die Filiale als lebendigen Raum inszenieren, ohne den Eindruck eines sterilen Schaufensters zu erzeugen.
Die Beratungsszenen wurden mit echten Mitarbeiterinnen der Filiale besetzt, was der Glaubwuerdigkeit spuerbar half. Licht: weiche Tageslichtpanels, die die Filialatmosphaere natuerlich aufwerten, ohne sie zu verfaelschen. Das Styling der Beraterinnen blieb bewusst nah am echten Alltag, nur leicht entstaubt.
Ausgeliefert wurden drei einzelne Kurzfilme (je 40 bis 60 Sekunden), ein kombinierter Imagefilm von 2:30 Minuten, vertikale Social-Cuts und ein Still-Paket fuer Web und Printanzeigen. Grading in DaVinci Resolve mit einem freundlichen, leicht warmen Ton, Audio in Pro Tools. Zusaetzlich wurden lokalisierbare Endtafeln fuer einzelne Filialen ausgespielt.
Produktionskontext
Die Filiale war waehrend der Drehtage eingeschraenkt im Kundenbetrieb. Unsere Aufnahmeleitung koordinierte mit der Filialleitung klare Zeitfenster und richtete einen Info-Aushang fuer echte Kundinnen und Kunden ein. Persoenlichkeitsrechte der zufaellig gefilmten Gaeste wurden durch Setgrenzen und explizite Einwilligungen gesichert.
Wir achteten darauf, Reise-Visuals so neutral zu halten, dass sie sich spaeter einfach gegen aktuelle Zielgebiete austauschen lassen. Dadurch blieben die Filme auch bei veraenderten Reisetrends laenger nutzbar und konnten flexibel an neue Kampagnenschwerpunkte angepasst werden. Alle Zielgebiete wurden zusaetzlich ueber stimmungsvolle B-Roll-Pakete ergaenzt.
Die Filmserie wurde von Thomas Cook ueber mehrere Kampagnenwellen eingesetzt und war laut Kundenfeedback ein wichtiger Baustein zur Neupositionierung der Filialen in der Wahrnehmung juengerer Zielgruppen. Fuer uns war es ein Projekt, in dem Serialitaet und Brand-Storytelling praktisch ineinandergreifen mussten und eine nachhaltige Blaupause fuer weitere Serien-Projekte entstand.
Filialbindung und Reisetraumbilder
Für Thomas Cook haben wir eine Serie kurzer Imagefilme produziert, die jede teilnehmende Reisebüro-Filiale individuell positioniert und gleichzeitig die gemeinsame Markenklammer sichtbar hält. Herzstück ist ein modulares System: Jede Filiale liefert ihre eigenen Mitarbeiter-Interviews und Frontansichten, während Reisebilder aus einer zentral gepflegten, hochwertig kuratierten Bibliothek stammen.
Auf diese Weise konnten wir ein hohes Qualitätsniveau halten, ohne dass jede Filiale ein eigenes Kamerateam finanzieren musste. Die redaktionelle Führung lag bei uns, inklusive einheitlicher Typografie, Musikbett und Farblogik. Die Filme laufen auf den Schaufensterscreens der Filialen, auf der jeweiligen Filialseite der Thomas-Cook-Website sowie als lokal getargetete Social-Ads. Das Konzept hat sich als besonders effizient für mittelständische Reisebürokooperationen erwiesen und lässt sich flexibel fortschreiben.
Aus dem zentralen Bibliotheksmaterial erstellten wir standardisierte Vorlagen, in die neue Filialen mit minimalem Aufwand einsteigen können. Dieses Baukastenprinzip reduziert künftige Produktionskosten der Marke deutlich und stellt gleichzeitig sicher, dass die Thomas-Cook-Bildsprache auch bei wechselnden Kooperationspartnern visuell und inhaltlich konsistent bleibt.
Für kleinere Filialen, die keine eigenen Interviews aufnehmen wollten, haben wir zusätzlich eine Basis-Variante ohne Mitarbeiterporträts entwickelt, die sich rein über Reisestimmungen und regionalen Lokalbezug definiert und dennoch klar als Teil der Thomas-Cook-Kommunikationsfamilie erkennbar bleibt.
Zur Unterstützung des Personals entstand zudem ein kurzer Leitfaden, wie die Filme im Beratungsgespräch sinnvoll in Verkaufssituationen eingebettet werden, um Buchungsanreize gezielt zu verstärken.


