Briefing des Kunden
Fulda Reifen, eine etablierte Marke innerhalb des Goodyear-Konzerns, beauftragte einen Viralfilm, der sich bewusst von klassischen Reifenwerbungen abheben sollte. Statt auf technische Features zu setzen, forderte das Briefing eine humorvolle Erzaehlung, die die Zielgruppe emotional einfaengt und gleichzeitig ein markenspezifisches Gefuehl von Zuverlaessigkeit transportiert.
Der Film sollte primaer online verbreitet werden, mit Fokus auf YouTube, Facebook und Pre-Roll-Kampagnen. Die Laenge wurde auf rund 75 Sekunden festgelegt, mit einem klaren Spannungsaufbau und einer Pointe, die zum Teilen einlaedt. Die Zielgruppe wurde ueber ein junges, autoaffines Publikum hinaus erweitert, um auch aeltere Entscheiderinnen und Entscheider anzusprechen.
Markenkern: Zuverlaessigkeit, die auch in unerwarteten Situationen traegt. Dieses Thema wurde in eine skurrile Alltagssituation uebersetzt, in der der Reifen zum heimlichen Helden wird, ohne dass der Spot in aufdringliche Produktwerbung kippt.
Deliverables & Umsetzung
Gedreht wurde an zwei Tagen auf einer gesperrten Strassenstrecke im Taunus sowie in einer Werkstatt-Location in Frankfurt-Ostend. Die Crew umfasste elf Personen inklusive Regie, DoP, 1st AC, Gaffer, Best Boy, Tonmeister, Stuntkoordinator, Setdesign, Maske, Casting und Produktionsleitung.
Als Hauptkamera nutzten wir die RED Komodo 6K mit Zeiss CP.3 Objektiven. Fuer die Fahraufnahmen kam ein Kamerawagen mit Russian-Arm-System zum Einsatz, der dynamische Fahrten bei Geschwindigkeiten bis 80 km/h ermoeglichte. Eine DJI Inspire 3 lieferte Luftaufnahmen der Strecke, die im finalen Schnitt den Rhythmus der Bodenaufnahmen dramaturgisch brachen.
In der Postproduktion wurden kleinere VFX-Arbeiten in After Effects umgesetzt, insbesondere Clean-ups und leichte Set-Extensions. Grading in DaVinci Resolve, Sounddesign in Pro Tools inklusive Foley-Aufnahmen fuer Reifen- und Strassengeraeusche. Deliverables: Hauptfilm 1:15 Minuten, 30-Sekunden-Cutdown, vertikale Variante fuer Social Stories sowie ein 6-Sekunden-Bumper fuer Pre-Roll-Auswertungen.
Produktionskontext
Die Streckenbuchung erforderte detaillierte Absprachen mit Behoerden und einem Stuntteam. Safety-Briefings am Drehtag waren selbstverstaendlich. Die eingesetzten Fahrzeuge wurden vorab technisch geprueft, alle Fahraktionen von einem Stuntkoordinator begleitet. Ein Streckensicherungsteam sorgte an neuralgischen Punkten fuer die Abschirmung gegenueber zivilem Verkehr.
Die Freigabekette mit Kunde und Agentur lief ueber mehrere Stufen: Treatment, Storyboard, Previs, Dailies-Review und finale Fassung. Diese strukturierte Herangehensweise machte es moeglich, auch Detailfragen effizient zu klaeren. Besonders bei Automotive-Projekten sind solche Review-Kaskaden entscheidend, um markenrechtliche und technische Vorgaben sauber einzuhalten.
Nach Launch verbreitete sich der Film rasch ueber Social Media und wurde in mehreren Branchenblogs thematisiert. Die Klickraten der begleitenden Online-Kampagne lagen deutlich ueber den vom Kunden erwarteten Benchmarks. Fuer uns war das Projekt ein Musterbeispiel dafuer, wie Automotive-Kommunikation mit pointierter Narration und filmischer Praezision auch ohne aggressive Produktwerbung Wirkung entfaltet und Markenpositionen schaerft.
Produktinszenierung Reifen & Sicherheits-Narrativ
Reifen sind ein erklärungsbedürftiges Produkt, dessen Qualität sich visuell schwer vermitteln lässt. Der Fulda-Reifen-Viralfilm löste dieses Problem über ein eingängiges Sicherheits-Narrativ: Eine überspitzte Alltagssituation wurde so zugespitzt, dass der Reifen am Ende nicht als Requisit, sondern als Held der Geschichte erschien. Die Produktinszenierung erfolgte damit emotional statt technisch.
Im Hintergrund arbeitete das Drehbuch mit bewährten viralen Elementen: überraschende Wendung, klarer Cliffhanger in der ersten Sekunde und eine Pointe, die sich auch ohne Ton erschließt. Fulda konnte den Film in sozialen Netzwerken, auf Fachmessen und im Händlerbereich einsetzen. Für den Vertrieb entstand zusätzlich eine kurze Erklärfassung mit technischen Details, die das emotionale Viralvideo inhaltlich ergänzte und absicherte.
Die Zusammenarbeit mit Stuntkoordinatoren und Fahrzeugspezialisten war ein zentraler Sicherheitsfaktor der Produktion. Jede überspitzte Szene musste zuerst als reale Fahr- und Bremssituation machbar sein, bevor sie inszenatorisch zugespitzt wurde. Dadurch entstand ein Spot, der visuell spektakulär wirkt, aber ausschließlich auf kontrollierten Manövern basiert. Fulda konnte diese Seriosität der Produktion intern gegenüber Compliance, Händlern und Fachpresse jederzeit nachweisen und die Viralwirkung ohne Reputationsrisiken realisieren.
Die Auswertung der Verbreitung zeigte eine auffällige Zweitnutzung: Automobil- und Sicherheitsblogs griffen den Film als Beispiel für gelungene Produktinszenierung auf. Fulda konnte diese redaktionellen Einbindungen nutzen, um zusätzlich thematische Sichtbarkeit abseits klassischer Werbeumfelder aufzubauen und damit die Kampagnenwirkung weit über den ursprünglich geplanten Zeitraum hinaus zu verlängern.





