Briefing des Kunden
Fuer das Konzertprojekt Die Schoepfung, eine Auffuehrung des gleichnamigen Oratoriums von Joseph Haydn, produzierten wir einen Video-Trailer, der ein breites Publikum auf das bevorstehende Event aufmerksam macht. Auftraggeber war ein Konzertveranstalter aus dem Rhein-Main-Gebiet mit Fokus auf klassische Musik und Chorwerke, der seit mehreren Spielzeiten mit uns zusammenarbeitet.
Das Briefing forderte einen Trailer, der sowohl die musikalische Groesse des Werkes als auch die Atmosphaere des Auffuehrungsortes einfaengt. Eingesetzt werden sollte das Ergebnis auf der Website, auf Facebook, Instagram und in Newslettern an das Abonnentenpublikum. Im Fokus stand die Ansprache neuer, digital orientierter Zielgruppen ohne Vernachlaessigung der klassikaffinen Stammgaeste.
Zeitlich war der Trailer auf 75 Sekunden angelegt, mit einer 30-Sekunden-Kurzversion fuer Social-Ads und einer vertikalen Version fuer Instagram-Storys. Der Erscheinungstermin war strikt an den Vorverkaufsstart gekoppelt und erforderte eine praezise Post-Production-Planung in enger Abstimmung mit der Pressestelle des Veranstalters.
Deliverables & Umsetzung
Gedreht wurde an zwei Tagen: einem Probentag in einer Kirche im Frankfurter Umland und einem Tag in einem Konzertstudio in Mainz, wo wir gezielte Detailaufnahmen von Chor, Solisten und Instrumenten inszenierten. Die Crew umfasste sechs Personen, darunter einen musikerfahrenen DoP, der bereits mehrere Opern- und Konzertprojekte filmisch begleitet hat.
Die A-Kamera war eine ARRI Alexa Mini mit Zeiss Compact Primes, die B-Kamera eine RED Komodo auf einem Easyrig-System fuer fluessige Handkamera-Perspektiven waehrend der Probe. Fuer die akustische Dokumentation arbeiteten wir mit einem Partner aus dem Bereich Klassiktonproduktion, der mit Schoeps- und DPA-Mikrofonen ein hochwertiges Originalklangbild lieferte. Zusaetzlich kam ein Gimbal-Operator fuer dynamische Fahrten entlang der Chorreihen zum Einsatz.
In der Post-Production wurde der Schnitt in Adobe Premiere Pro synchron zur Musik aufgebaut, das Grading erfolgte in DaVinci Resolve Studio mit einem warm-gedeckten Look, der die sakrale Atmosphaere unterstuetzte. Die Audiomischung in Pro Tools fokussierte auf transparente Chor- und Orchesterstimmen, wobei einzelne Soli subtil hervorgehoben wurden, um die Dramaturgie des Trailers zu stuetzen.
Produktionskontext
Trailer fuer klassische Konzertprojekte stehen vor der besonderen Aufgabe, ein Publikum anzusprechen, das sowohl aus Stammabonnenten als auch aus neuen, digital orientierten Zielgruppen besteht. Wir haben im Konzept deshalb bewusst zwei Ebenen verknuepft: klassische Konzertaesthetik und eine moderne, rhythmische Schnittdramaturgie, die auch im Social-Feed funktioniert, ohne die Wuerde des Werkes zu beschaedigen.
Der Trailer wurde rund sechs Wochen vor dem Konzerttermin ausgespielt und trug laut Veranstalter spuerbar zur Auslastungsquote bei. Insbesondere auf Instagram konnten durch die vertikale Version neue, juengere Interessenten erreicht werden, die klassische Konzerte zuvor selten besucht hatten. Auch das Abonnent-Conversion-Verhalten verbesserte sich in der dazugehoerigen Kampagne.
Fuer uns als Filmproduktion im Rhein-Main-Gebiet ist die Arbeit an Projekten wie Die Schoepfung eine gestalterisch anspruchsvolle Aufgabe, die filmisches Handwerk, musikalisches Gespuer und kuratorische Sensibilitaet gleichermassen verlangt. Gerade im klassischen Segment entstehen so Trailer, die nicht nur bewerben, sondern als eigenstaendige kleine Kunstwerke funktionieren.
Produktionsanmerkungen zum Trailer Die Schoepfung
Der Trailer zu Die Schoepfung verbindet Konzertmitschnitte mit szenischen Interludien und erforderte eine besonders enge Abstimmung zwischen Bild- und Tonregie. Waehrend die Musikaufnahme mit Mehrspur-Mikrofonierung im Saal entstand, arbeiteten wir fuer die szenischen Einschuebe mit einer separaten Kamera-Unit, die parallel zu den Proben produziert hat.
Im Schnitt lag die Herausforderung darin, die orchestrale Dynamik nicht durch harte Bildschnitte zu zerschneiden. Wir haben deshalb mit musikalischen Phrasen als Schnittanker gearbeitet, nicht mit einzelnen Taktzaehlern. Das Ergebnis ist ein Trailer, der klassische Musikliebhaber ernst nimmt und zugleich Neulinge einladen kann, sich auf das Werk einzulassen.
Flankierend produzierten wir kurze Social-Teaser fuer die Ankuendigungsphase, in denen wir einzelne musikalische Motive mit Zitaten der Dirigentin verknuepft haben. Diese Mikroclips wurden ueber mehrere Wochen gestaffelt ausgespielt und haben erkennbar zur Auslastung der Konzertaufzeichnung beigetragen – ein Beleg dafuer, dass klassische Musik in Social-Kontexten funktionieren kann, wenn sie nicht werblich verkuerzt wird.




